Peter Jackson: Ich habe einen Geist gesehen!
Peter Jackson kam nach Berlin, um zusammen mit seiner Hauptdarstellerin Saoirse Ronan den Film vorzustellen.
SFT: Mr. Jackson, wird es in Ihrem Himmel Hobbits geben?
PETER JACKSON: Wenn ich auf meine Filme zurückblicke, dann befürchte ich, dass mir im Jenseits nicht nur Halblinge über den Weg laufen, sondern auch Riesenaffen und jede Menge Zombies (Anm. d. Red.: Peter Jackson bezieht sich hier auf King Kong und auf seine frühen Horrorfilme).
SFT: Zombies gegen Hobbits - klingt nach einem guten Horrorfilmtitel.
P.J.: Stimmt. Das wird ein spannendes Duell!
SFT: Ihr aktueller Film handelt über eine ermordete 14-Jährige, die vom Himmel aus ihre Familie beobachtet. Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?
P.J.: Ja. Wenn es eine menschliche Lebensenergie gibt, dann kann diese nach den Gesetzen der Physik nicht einfach verpuffen. Irgendwas geschieht mit ihr. Ich habe die Hände von sterbenden Menschen gehalten. Im Moment ihres Todes hatte ich das Gefühl, das wahrhaftig etwas geht. Man spürt, dass der Körper leer zurückbleibt. Die Energie wandert irgendwohin, an einen anderen Ort.
Peter Jackson verriet im Interview seine spirituellen Ansichten.
SFT: Was glauben Sie, geschieht nach dem Tod?
P.J.: Ich habe keine konkrete Vorstellung, aber ich hoffe, dass ich nach meinem Tod mit den Menschen meines Herzens wieder vereint werde. Etwa mit meinen Eltern oder verstorbenen Freunden.
SFT: In meinem Himmel basiert auf einem Bestseller von Alice Sebold. Wie sind Sie auf das Buch gestoßen?
P.J.: Ich las es als Ablenkung während der Dreharbeiten zu Herr der Ringe - Die zwei Türme. Ich war damals beileibe nicht auf der Suche nach neuen Projekten. Aber das Buch ging mir nicht aus dem Sinn. Daran erinnerte ich mich, nachdem die Ring-Trilogie und King Kong abgedreht waren.
Peter Jackson: von Underground-Regisseur zum mehrfachen Oscar-Preisträger.
SFT: Haben Sie selbst schon geliebte Menschen verloren?
P.J.: Ja. Daher hat mich das Buch auch so angesprochen. Mir war klar, dass es sehr, sehr schwer werden würde, es zu verfilmen. Aber genau das hat mich daran gereizt. Ich habe Angst, mich zu wiederholen, bin immer auf der Suche nach etwas Neuem. Ich weiß, dass es unmöglich ist, ein Buch perfekt umzusetzen. Jeder reagiert anders auf Bücher. Meine kreativen Entscheidungen als Regisseur spiegeln meine emotionalen Erfahrungen beim Lesen wieder. Der Film ist also eine sehr persönliche Interpretation.
SFT: Drückt der Himmel, den Sie im Film visualisieren, auch Ihre persönliche Vorstellung vom Jenseits aus?
P.J.: Ja und Nein. Natürlich handelt es sich dabei um meine persönliche künstlerische Vision, aber was ich versuche, darzustellen, ist der Himmel einer 14-Jährigen in den 70er Jahren.
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