Test: Plasma-TV LG 50PK350
LG 50PK350: Ab 590 Euro im Handel erhältlich.
Auf dem Datenblatt macht der 50-Zoll-Plasma von LG eine anständige Figur – volle HD-Auflösung, 100 Hertz, schmales Rahmendesign, USB-Anschluss, selbst ein Lichtsensor ist mit von der Partie. Aber bereits bei den Anschlüssen merkt man, dass LG sparen musste, um einen derart günstigen Preis zu erzielen. Nur zwei HDMI-Buchsen an einem 50-Zöller haben echten Seltenheitswert, die meisten anderen Vertreter dieser Größengattung bieten vier digitale Videoeingänge. Wer seine Signale ohnehin über einen AV-Receiver zuspielt oder maximal zwei HD-Quellen sein Eigen nennt, kann diesen Makel verschmerzen. Dass sich auf der Rückseite des mit nur 5,5 Zentimeter schlanken Displays kein Netzwerkanschluss findet, dürfte in dieser Preisklasse hingegen niemanden ernsthaft überraschen. Immerhin: Über die seitliche USB-Buchse lassen sich Foto-, Musik- und Videodateien zuspielen, Letztere sogar im DivX-HD-Format. Die Oberfläche für die Medienwiedergabe ist wie alle anderen On-Screen-Menüs ansprechend und übersichtlich gestaltet und reagiert obendrein angenehm flott. Gespart hat LG auch am CI+-Schacht, an der Geräteseite findet sich nur ein regulärer CI-Einschub – das macht den integrierten Kabeltuner für die meisten deutschen Kabelnetze quasi unbrauchbar, da keine Entschlüsselungsmodule nach diesem Standard verfügbar sind.
Der Bildtest offenbart Schwächen
Schon vor dem ersten Einschalten fällt die zwar schicke, aber stark spiegelnde Glasscheibe vor dem Display auf. Diese führt nicht nur zu störenden Reflexionen, sondern bei heller Umgebung auch für ein matteres, kraftloses Bild. In abgedunkelten Räumen zeigt der günstige Riese ein deutlich besseres Bild. Dann fällt jedoch die schwache Schwarzdarstellung umso stärker auf. Das eindeutig graue Schwarz lässt das Gesamtbild wenig kontrastreich wirken. Dieser Eindruck wird durch die obendrein zu blassen Farben noch verstärkt. Daran ändert auch die von anderen LG-Modellen bekannte und vorbildliche Experten-Bildeinstellung anhand von eingeblendeten Testbildern nichts. Bei der Aufbereitung von SD-Signalen bleiben aus nahem Abstand betrachtet deutlich sichtbare Artefakte, die aus einem typischen Betrachtungsabstand von drei bis vier Metern zwar immer noch wahrnehmbar sind, aber nur wenig stören. Bei HD-Material sieht die Welt deutlich besser aus, auch wenn hier der letzte Tick Schärfe fehlt. Bei schnellen Bewegungen und Kameraschwenks wird das Bild trotz 100 Hertz noch etwas unschärfer. Das 24p-Ruckeln bei der Blu-ray-Zuspielung kann die Technik ebenfalls nur mindern, nicht aber wirklich entfernen. In so ziemlich jeder Testdisziplin zeigt der LG-Fernseher Schwächen, was aber noch lange nicht heißt, dass das Bild schlecht ist. Preis hin oder her – gemessen wird auch dieses Gerät an dem, was heute technisch möglich ist. Und auf dieser Skala reicht es nur für ein "befriedigend". Wer mehr Geld in die Hand nimmt, bekommt dafür ein sichtbar besseres Bild. Für den aktuellen Preis von rund 600 Euro hingegen ist der LG PK530 trotz seiner Schwächen ein echtes Schnäppchen für alle, die ein großes Bild für kleines Geld suchen. (fw)
Pro/Contra
+ Gutes HD-Bild
+ Einfache Bedienung
+ Kalibrierung mit integrierten Testbildern
- Artefakte im SD-Bild
- Spiegelndes Display
- Schwarzwert
- Blasse Farben
- Nur zwei HDMI-Anschlüsse






