Test: 3D-Beamer Sim2 Lumis 3D-Solo
Sim2 Lumis 3D-Solo
Wenn wir Projektoren testen, gehören diese für gewöhnlich entweder in die Einsteiger- (um 1.000 Euro), Mittel- (3.000 Euro) oder Oberklasse (5.000 Euro). In seltenen Fällen stellen wir auch mal ein Gerät aus der Luxus-Liga um 10.000 Euro vor. Aber 42.000 Euro? Diesen Betrag würde die Mehrheit unserer Leser wohl eher in ein Auto investieren, damit eine Wohnung anzahlen oder für einen Traumurlaub verjubeln. Was den Sim2 Lumis 3D-Solo so teuer macht? Zum Beispiel, dass er nicht nur einen, sondern gleich drei handverlesene Exemplare des hochgezüchteten Darkchip 4 von Texas Instruments aufbietet, mit denen er im 3D-Modus 144 Bilder pro Sekunde an die Leinwand wirft (also für jedes Auge 72) – dieselbe "Triple Flash"-Technik, mit der auch im Kino gearbeitet wird und die Flackern und Augenermüdung vorbeugen soll. Ein weiterer Kostenpunkt ist die selbst entwickelte Hard- und Software für die Bildaufbereitung, die unter anderem besonders natürliche Farben und flüssige Bewegungen verspricht. Die Motion Compensation arbeitet derzeit allerdings nur im 2D-Modus und produziert zwar ruckelfreie Schwenks, aber auch den ein oder anderen Darstellungsfehler. Eine Erweiterung für den 3D-Modus ist aber in Arbeit.
Für Kunden mit Kleingeld
Die große Frage, die sich bei einem derart teuren Gadget natürlich stellt, ist: Ist es das Geld wert? Die Antwort ist ein klares Jein. Ja, der Beamer malt ein ausgezeichnetes 3D- (siehe unten) und ein sehr gutes 2D-Bild, dessen einziger Kritikpunkt der etwas maue Schwarzwert darstellt. Aber ist der Lumis 3D-Solo um ein Vielfaches besser als etwa unser bisheriger 3D-Spitzenreiter DLA-X7 von JVC, den es derzeit für rund 6.000 Euro gibt? Nein. Das Gerät von Sim2 richtet sich vor allem an Kunden mit dicker Brieftasche, denen eben nur das Beste gut genug ist. Die müssen sich dann wahrscheinlich auch nicht mit den verschachtelten Einstellungen, dem allzu knappen Handbuch oder der fehlenden horizontalen Linsenverstellung herumschlagen.
3D-Check
Hat man den Projektor korrekt eingestellt, was aufgrund der mangelnden Ausführungen im Handbuch gar nicht so einfach ist, überzeugt er mit einem besonders plastischen, tiefen 3D-Bild, das sich durch scharfe Konturen und hohe Kontraste auszeichnet. Die Achterbahnfahrt bei Ich – einfach unverbesserlich wird zum adrenalinfördernden Spektakel, auch wenn bei schnellen Bewegungen die Schärfe der Abbildung leidet. Die Helligkeit fällt im 3D-Modus dramatisch ab, mit diesem Problem haben aber bauartbedingt auch andere Shutter-Projektoren zu kämpfen. Auch die Farben werden leicht verfälscht. Unterm Strich zeigt der Lumis 3D-Solo aber die beste stereoskopische Projektion, die wir bislang gesehen haben.
3D-Leistung: Sehr gut
Pro und Contra:
+ Leuchtende, natürliche Farben im 2D-Modus
+ Ausgezeichneter 3D-Tiefeneindruck
+ Scharfe Darstellung
- Nur ordentlicher Schwarzwert
- Hohe Betriebslautstärke
Note: 1,4 (Sehr gut)
Produktinfo: Sim2 Lumis 3D-Solo
Webseite: www.sim2.com
Preis (UVP): € 42.000
Technische Daten
Chiptechnik/Objektiv: 3x 0,95-Zoll-DLP-Chip/1,75 bis 2,48:1
Lichtstärke/Kontrast: 3.000 ANSI-Lumen (1.800 ANSI-Lumen im 3D-Modus)/keine Angabe
Bildformate/Auflösung: 16:9 (nativ), 4:3, Letterbox, Pixel zu Pixel, Panorama/1.920 x 1.080 (nativ)
Lens-Shift: Vertikal
Videonormen: Full-HD, 3D, PAL, NTSC, SECAM
Anschlüsse: 2x HDMI, Komponente, VGA
Maße/Gewicht: 42 x 48 x 22 cm/11,0 kg
Lieferumfang: Vier Shutter-Brillen, Software, Handbuch






