Interview: J.J. Abrams spricht über Star Trek 11
J.J. Abrams ist der Schöpfer der TV-Hits Alias und Lost, führte Regie bei Mission Impossible III mit Tom Cruise und zeichnete als Produzent für den Monster-Hit Cloverfield verantwortlich. Nun startet er mit Star Trek 11 einen Neubeginn der legendären Sci-Fi-Saga. SFT sprach mit ihm über die "heilige Kuh" Star Trek, den Trend zu Fortsetzungen und den Humor im neuen Film.
SFT: Star Trek in einem Satz: Was erwartet uns?
ABRAMS: Ich wollte einen Film drehen, der so richtig Spaß macht und den man am liebsten sofort wieder anschauen würde, sobald er zu Ende ist.
SFT: Der neue Star Trek-Film scheint mehr Humor zu haben als die letzten ...?
ABRAMS: Ja. Wenn wir den Film zu trocken erzählen, laufen wir Gefahr, dass er unfreiwillig komisch wird. Also müssen wir darauf achten, dass es genügend Humor gibt, der sich aus den Charakteren und Situationen ergibt. Der Film hat viel Witz, ohne dabei zu einer Parodie zu werden.
J.J. Abrams bei den Dreharbeiten zu Star Trek 11.
SFT: Warum haben Sie sich entschieden, relativ unbekannte Schauspieler für die Hauptrollen zu engagieren?
ABRAMS: Ich habe mich diesbezüglich bei Star Wars orientiert: Als die ersten Filme herauskamen, waren Harrison Ford und Co. auch noch nicht bekannt. Man nahm ihnen ihre Rollen ab, identifizierte sich mit ihnen, weil man nicht die ganze Zeit sechs andere Filme mit ihnen im Kopf hatte.
SFT: Für viele Menschen ist Star Trek eine Art heilige Kuh. Die Fans sind leicht zu verärgern. Sehen Sie das als Problem?
ABRAMS: Ich selbst war nie ein großer Star Trek-Fan. Aber zum Glück weiß unser Drehbuchautor, Robert Orci, absolut alles über Star Trek. Er lebt dafür, er kennt unfassbar viele kleine Details. So kam es zu einer Balance im Team. Sicher werden wir es eingefleischten Puristen möglicherweise nicht recht machen können. Die Ironie dabei ist, dass Star Trek uns ja dazu auffordert, für Neues offen zu bleiben. Es gibt eben gute Gründe, warum so viele Menschen Star Trek lieben.
SFT: Hat das Internet die Art verändert, wie Sie mit Fans umgehen?
ABRAMS: Das Tolle am Internet ist, dass die Meinung eines jeden Fans auf der Welt genau so wichtig ist wie die der Studiochefs im Anzug. Ein Fan hat keine Agenda. Allerdings sind die Fans letztendlich nicht für den Film verantwortlich. Man muss etwas schreiben, was einem wirklich am Herzen liegt, es muss aus einem selbst kommen. Das spüren die Leute. Man muss auf seine eigene Stimme hören, ohne dabei die Stimmen der anderen abzublocken, sei es bei Alias, Lost oder Star Trek.
Aktuell läuft bei uns J.J. Abrams' neue Erfolgsserie Fringe im TV.
SFT: Geht der Trend allgemein eher zu Fortsetzungen?
ABRAMS: Für die Studios sind Fortsetzungen eine halbwegs sichere Nummer. Ich hatte damit eigentlich nie viel zu tun, bis mich Tom Cruise gebeten hat, bei Mission Impossible III die Regie zu übernehmen. Ich war begeistert. Aber ich hätte nie gedacht, dass ich noch mal einen Film drehen würde, der eine Fortsetzung ist und der obendrein auf einer TV-Serie basiert!
Aber dann habe ich das Drehbuch gelesen und es hat mich nicht losgelassen. Es ist die Geschichte zweier verlorener Seelen auf unterschiedlichen Planeten, die zusammenkommen, die große Konflikte haben, aber am Ende zu einem Team werden müssen. Ich wollte den Film unbedingt drehen, aber nicht weil es Star Trek war. Ganz im Gegenteil, die letzten Star Trek-Filme waren nicht sonderlich erfolgreich.
SFT: Gibt es Pläne für eine Fortsetzung?
ABRAMS: Hoffentlich! Ich würde liebend gerne noch weitere Star-Trek-Filme machen, wenn den Leuten dieser hier gefällt. Natürlich haben wir auch schon Ideen, aber Genaues kann ich noch nicht verraten.
SFT: Wie geht es mit Lost weiter?
ABRAMS: (lacht) Netter Versuch. Auf Wiedersehen!
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