Exklusiv: Zack Snyder spricht über Watchmen!
Ist selbst ein großer Fan der Comic-Vorlage: Regisseur Zack Snyder (Bild: Getty Images)
SFT: Sie haben dann doch noch einen Kompromiss gefunden...
SNYDER: Mir war klar: Wenn ich ablehnte, würde einfach ein anderer Regisseur angefragt werden. Möglicherweise jemand, der kein Fan der Comics ist. Also dachte ich mir: "Wenn schon einer den Film verhunzt, dann will ich es wenigstens selber tun" (lacht). Ich schrieb daraufhin ein Exposé über meine persönliche Wunschversion einer Watchmen-Verfilmung - und siehe da: Das Studio ließ sich umstimmen, nahm meine Vorschläge an.
SFT: Ihre Verfilmung ist also so originalgetreu wie möglich?
SNYDER: Ich hatte Glück, da zum Zeitpunkt der Verhandlungen zu Watchmen gerade meine Comic-Verfilmung 300 sehr erfolgreich in den Kinos lief. Daher konnte ich sicher einiges durchdrücken. Was mir vor allem wichtig war: Watchmen wird kein FSK-12-Film (grins).
SFT: Erklären Sie allen Nicht-Kennern des Comics, warum Ihnen dieser Punkt so wichtig war?
SNYDER: Sex und Gewalt gehören untrennbar zur Watchmen-Geschichte. Wenn ich diese beiden Elemente weggelassen hätte, hätte ich auch irgendeine andere x-beliebige Comic-Vorlage verfilmen können. Was ich auf keinen Fall wollte war, einen Superhelden-Film zu drehen, der einfach nur eine verwässerte Version des Originals ist. Außerdem: Wie hätte man das Geschlechtsteil von Dr. Manhattan in einem FSK-12-Film darstellen sollen? Hätte man dem Doc einen Tanga anziehen sollen (lacht)?
Jeffrey Dean Morgan (Grey's Anatomy) spielt den Comedian.
SFT: Die Watchmen sind sozusagen ein Abgesang auf die klassischen Superhelden...
SNYDER: Ja, und der Comic hat der Popkultur seinerzeit gehörig in den Hintern getreten (lacht). Hollywood scheint Superhelden wie Spider-Man oder X-Men zu lieben. Die Watchmen haben mit diesem Helden-Typus aber nichts zu tun. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Die Watchmen sind keine "bösen" Superhelden. Aber sie haben Probleme und offenbaren innere Abgründe.
SFT: Der Watchmen-Comic spielt und entstand in den 80er Jahren. Warum wird er ausgerechnet jetzt verfilmt?
SNYDER: Weil es höchste Zeit wurde (lacht)! 1985 (das Jahr, in dem Watchmen spielt) ist ein gutes Beispiel, um Parallelen zur Gegenwart zu ziehen - die USA waren damals eine Karikatur ihrer selbst...
SFT: Haben Sie 80er-Jahre-Musik beim Film verwendet?
SNYDER: Nicht zwingend. Ich habe unter anderem Songs von Bob Dylan verwendet - weil ich mir dachte, wenn man einen Superhelden-Film anschaut, in dem Dylan zu hören ist, dann kann man sicher sein, dass es sich um ein Streifen handelt, der ziemlich interessant ist (lacht).
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