Wären die Strokes heimatverbundene Afrikaner - sie klängen wie Vampire Weekend. Dabei stammen letztgenannte Newcomer weder vom schwarzen Kontinent, noch dürfen sie als einfallslose Strokes-Klone abgehandelt werden. Dazu ist ihre kurzweilige Mischung aus unbeschwerten Indie-Pop-Melodien mit afrikanischen Beats und New-Wave-Einschlag viel zu innovativ. So wundert es wenig, dass mancher Kollege der schreibenden Zunft bereits von der Geburt eines neuen Musikstils schwärmt. Lassen wir die Kirche im Dorf: Was Vampire Weekend auf ihrem selbstbetitelten Debüt abliefern, erinnert stark an Paul Simon's Graceland - das erschien vor 22 Jahren. Ein Makel ist das nicht - der New Yorker Vierer überzeugt mit schwungvollen Songs, die bis zum letzten Akkord Überraschungen bereit halten. Dazu tragen Bongos, Streichereinsätze, Cembalo-Klimpereien und der unaufdringlich-markante Gesang von Ezra Koenig bei. Das funktioniert bei rasanten Offbeat-Ska-Nummern (A-Punk) genauso gut wie bei der einzigen Ballade (I Stand Corrected) und der Police-Verneigung The Kids Don't Stand A Chance. Ausfälle unter den zwölf Stücken? Fehlanzeige. Stattdessen treten Vampire Weekend den Beweis an, dass klug komponierte Weltmusik ohne nervtötende Sozialpädagogik-Attitüde und künstlichem Ethno-Kitsch eine Menge Spaß machen kann. Hier reinhören und downloaden! VÖ: 22. Februar 2008 Label: XL/Beggars (Indigo) Preis: 14 Euro Anspieltipp: M79 Für Fans von: Paul Simon, The Strokes
(Alexander Reindl, 22.02.08, 10:44)
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