Als
Erik Schrody (39) vor fast 20 Jahren erstmals im Umfeld der Hip-Hop-Ikone
Ice-T auftauchte, setzte er sich in der Szene als einer der ersten weißen Rapper überhaupt durch. Bald schon verkürzte er seinen Bühnennamen Erik Rocks Everlasting zu
Everlast. 1992 gründete er mit zwei Freunden die Rap-Formation
House of Pain und zusammen landeten sie den Mega-Hit
Jump Around. Nach der Bandauflösung 1996 gab sich Schrody das zusätzliche Pseudonym
Whitey Ford, nach einem gleichnamigen US-Baseball-Pitcher, und begann eine Solokarriere. Der Song
What It's Like katapultierte sein zweites Album weltweit in Platin-Höhen.
1999 sahnte der Musiker zusammen mit
Carlos Santana einen Grammy für das von
Schrody geschriebene Stück
Put Your Lights On ab. Mit seinem Mix aus Hip-Hop und Akustik-Rock hat er einen ganz eigenständigen Stil geschaffen. Sein letztes Album liegt allerdings schon vier Jahre zurück. Jetzt ist
Everlast mit seinem neuen Werk
Love, War, And The Ghost Of Whitey Ford zurück. Zum SFT-Interview trug der gut aufgelegte und äußerst gesprächige Schrody nagelneue Sneakers, eine kurze Army-Hose und ein schwarzes Basketball-Trikot, das seine stark tätowierten Arme betonte. Als ich seine Hotel-Suite im Hamburg Hyatt betrat, wirkte er entspannt, aber sehr konzentriert.
SFT: Hallo ... (Ich drücke ihm eine SFT in die Hand) EVERLAST: ... wow, die sieht aber gut aus! (Er hat fast nur Augen für das Covermodel)
SFT: Wie soll ich dich am besten ansprechen? Erik, Whitey oder Everlast? EVERLAST: Funktioniert alles drei. Ich sage immer zu den Leuten: Sag das, was dir am angenehmsten ist. Manche meiner Freunde sagen Erik zu mir, andere sagen Everlast oder E, ein paar sagen auch Whitey. Ich mag sie alle. Wobei ich mich eigentlich nie als Everlast vorstelle, außer es geht ums Geschäftliche. Wenn ich also eine ganz normale Person kennenlerne, sag ich Erik. So nennt mich auch meine Mutter.
Tickt wegen seiner künstlichen Herzklappe wie ein Krokodil: Everlast. [Quelle: siehe Bildergalerie]
SFT: Ok, dann werde ich auch Erik sagen. Aber gibt es denn keine bestimmten Situationen, in denen du einen Namen bevorzugst? EVERLAST: Wenn mir Everlast dabei hilft, schneller einen Tisch in einem Restaurant zu bekommen oder in einen Club reinzukommen, dann hab ich da sicher nichts dagegen.
SFT: Erik, du hattest vor 10 Jahren einen schweren Herzinfarkt und hast diesen nur ganz knapp überlebt. Auf dem neuen Album singst du von deinem "zugenähtem Herzen". Beeinflusst dich das also immer noch? EVERLAST: Ich denke die ganze Zeit daran. Eigentlich jeden Tag. Ich ticke nämlich! Wenn du genau hinhörst! (Wir halten beide inne und man hört ein Ticken, ähnlich das eines Weckers). Ich hab eine Titan-Herzklappe. Ich ticke wie das Krokodil in Peter Pan: tick, tick, tick. In vieler Hinsicht ist das auch wie eine Metapher für mich, weil es wie eine Uhr ist, die abläuft. Also sollte man sich besser beeilen, um das zu tun, was noch zu machen ist. Ich lebe jetzt zwar nicht mit einer Todesangst, aber es hat mich verändert. Ich hatte ja nicht nur einen Herzinfarkt, sondern meine Herzklappe ist gerissen und ich hätte genauso gut sterben können. Ich dachte damals auch ich würde sterben. Ich hab die ganze Nahtoderfahrung durchlebt und hatte unvorstellbare Angst. Das hat mich verändert, denn ich glaube, wenn ich dem Tod noch einmal so nahe komme, wird es nicht mehr so traumatisch sein. Es ist wie wenn du zum zweiten Mal auf einer Achterbahn fährst. Das erste Mal machst du dir vor Angst fast in die Hose, aber beim zweiten Mal weißt du schon, wo die gefährlichen Stellen kommen und du hast nicht so viel Angst.
SFT: Hast du dir dein Alter Ego Whitey Ford denn ausschließlich nach dem gleichnamigen Baseballspieler ausgesucht oder nicht? Lesen Sie die Antwort auf der nächsten Seite - bitte umblättern! Hören Sie bei Nowdio in die neue Everlast-Single rein und kaufen Sie Folsom Prison Blues als DRM-freien MP3-Download!