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Ein Gespräch mit dem Frontmann von Tomte über das vergangene Musikjahr voriger Artikel nächster Artikel

Das Popjahr 2008: Das ungekürzte Interview mit Thees Uhlmann

Top oder Flop? Newcomer oder nur heiße Luft? Wer nervte und wer war besonders cool? Thees Uhlmann ist nicht nur Frontmann der Band Tomte, er ist auch Miteigentümer eines Plattenlabels und Autor. Wir haben uns mit dem Musikkenner über das abgelaufene Jahr unterhalten.

In unserer November-Ausgabe erklärten wir die neue Tomte-Platte Heureka völlig zu Recht zu unserem Album des Monats. Da liegt es nahe, mit einem Mann das Musikjahr 2008 Revue passieren zu lassen, der nicht nur erfolgreicher Musiker und Autor ist, sondern auch Labelchef der deutschen Plattenfirma Grand Hotel van Cleef. Thees Uhlmann (34) ist Gründungsmitglied, Sänger und Gitarrist von Tomte. Der gebürtige Hamburger lebt und arbeitet mittlerweile in Berlin und hat mit uns das vergangene Jahr unter die Lupe genommen.

SFT: Thees, bevor wir gleich über das Musikjahr im Allgemeinen quatschen; die vergangenen zwölf Monate waren ja auch für dich und Tomte ziemlich ereignisreich. Wie fällt deine Bilanz 2008 aus Band-Sicht aus?

Tomte
THEES UHLMANN: Ich will nicht herum jammern, aber 2008 war wohl schon das arbeitsreichste Jahr war wir gehabt haben. Vor ungefähr eineinhalb Jahren hab ich angefangen, diese Platte zu schreiben, bzw. hab ich mich danach gefühlt, und bin dann wirklich jeden Morgen hier in meinen Raum gegangen, wo ich entweder meinen Bürokram erledige oder Musik mache und hab angefangen wirklich daran herumzuschrauben. Neu war, dass wirklich die ganze Band viel mehr in das gesamte Ding involviert war. Dann haben wir die Platte in einem anderen Prozess aufgenommen, nämlich einfach sechs Wochen am Stück und nicht mehr mit so großen Pausen und zuerst die Gitarren, dann der Bass, dann der Gesang, dann mal wieder Pause - sondern wir haben mit Tobias Kuhn wirklich durchgearbeitet. Das war ansträngend aber auch schön. Dann ging's sofort weiter mit Sommer-Open-Airs und Promo machen. Von da aus ging‘s direkt auf Tour und das war dann schon ziemlich viel. Kunst ist ja häufig auch eine sehr emotionale Sache, zumindest bei Tomte, wo auch das Herzblut dran hängt. Deswegen war es sehr ansträngend und ich bin froh, dass ich dieses Jahr gut geschafft habe und natürlich ist das schönste, dass ich jetzt wirklich zum Schluss auf der Tour keinen Tag absagen musste, weil ich mit nur einem Tag Pause bei drei Woche singen in Folge hatte.

SFT: Was sind deine musikalischen Höhepunkte des Jahres oder war 2008 für dich highlight-arm?

UHLMANN: Wenn jemand sagt, dass das Jahr XY highlight-arm gewesen ist, dann ist er entweder Kulturpessimist oder hat sich nicht genug darum gekümmert. Ich glaube nicht an so Sachen wie: Die 90er waren besonders gut für die Musik oder die 80er waren besonders schlecht. Das ist Quatsch. Wichtig ist, wie ist der Mainstream zurzeit aufgestellt und welche Inspiration kommt aus dem Untergrund? Und wenn man dann eine Band wie die Fleet Foxes (siehe SFT-Ausgabe 08/08) hernimmt, wo plötzlich alle Konzerte hochverlegt werden, das beeindruckt einen natürlich schon. Weil wenn man das auf CD durchhört, dann ist das einfach kein easy stuff. Es ist wirklich besondere Musik und solche Bands spielen auf einmal in großen Läden und das finde ich beachtlich. Ansonsten finde ich interessant, wie sich die neue Killers anhört und ich schäme mich nicht mehr zu behaupten, dass ich einfach Killers-Fan bin, da ich finde, dass das eine der schönsten männlichen Stimmen in der Rockmusik ist. Das letzte Drittel des Albums wird wieder gut, wie's in der Mitte ist, das kann ich mich vortrefflich mit meiner Freundin drüber streiten. (überlegt) Was ist denn sonst noch rausgekommen?

SFT: Ich kann gerne noch ein paar Namen in die Runde werfen!

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