Freud, der große Psychoanalytiker, vertrat die Meinung, dass unsere Angst vorm Tode die geheime Sprungfeder für unser gesamtes Tun sei. Schließlich will doch jeder sein Leben sinnvoll nutzen, sehnt sich nach Anerkennung, vielleicht sogar auch Ruhm. All das in der Hoffnung, unserem Dasein über den Tod hinaus Bedeutung zu geben.
Darren Aronofsky beschäftigte sich mit diesem humanen Hadern bereits in seinem letzten Film
The Fountain. Auch sein neues Werk
The Wrestler dreht sich um die Urangst vor der Sterblichkeit, jedoch aus einem anderen Blickwinkel: Arronofsky führt anhand des Beispiels eines alternden Wrestlers vor, wie schrecklich die Erkenntnis ist, wenn man in der Mitte seines Lebens feststellt, dass man selbiges verwirkt hat.
Die Stripperin Cassidy (Marisa Tomei) ist der einzige Lichtblick in Randys traurigem Dasein. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Randy "The Ram" Robinson (Mickey Rourke) hat sein ganzes Dasein dem Ringen nach Ruhm verschrieben - wortwörtlich. Als Showkämpfer feierte er in den 80ern Erfolge, doch nun tingelt er durch Turnhallen und lässt sich für ein paar Kröten den müden Körper ramponieren.
Kein Schauspieler könnte diese Rolle besser spielen als Rourke. Sein zerfurchtes Gesicht zeugt von einer Zeit, in der er ebenso wie seine Filmfigur auf die schiefe Bahn geriet. Im Leben wie auf der Leinwand erhält er als
The Wrestler die Chance auf ein furioses Comeback: Randy erkennt nach einer Bypass-OP (ein sinnbildlicher "Eingriff am Herzen"), dass er sein Leben ordnen muss, ehe es zu spät ist.
Fortan versucht der kaputte und verlebte Koloss, zarte Bande zu seiner entfremdeten Tochter (Evan Rachel Wood) und einer Stripperin (großartig und sexy: Marisa Tomei) zu knüpfen. Seine unbeholfenen Bemühungen, Fuß zu fassen, sind ungemein bewegend!
Als Randy "The Ram" tingelt Mickey Rourke in The Wrestler von einem Showkampf zum nächsten. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Darren Aronofsky beweist mit beinahe dokumentarischem Blick ein unglaubliches Gespür für die Einsamkeit seiner Hauptfigur, aber auch für das Subkultur-Milieu, in dem sich Randy bewegt.
The Wrestler ist ein Film, der gnadenlos unter die Haut kriecht, der nachdenklich stimmt und der zugleich auch auf rührende Weise witzig ist.
Das Porträt eines Bühnenschlachtrosses, das sich ein letztes Mal aufbäumt - es ist eine Allegorie auf das Leben selbst: ein ewiger Kampf, bei dem wir selbst unser größter Feind sind. Ein bisschen Randy "The Ram" steckt in jedem von uns!
Fazit: Eindringliches, tiefgründiges Porträt eines abgewrackten Prügelknaben.
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