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Gran Torino: Clint Eastwood im Kino-Tipp der Woche

Dirty Harry ist weise geworden: Clint Eastwood spielt noch einmal das knurrige Raubein - diesmal aber mit viel Herz.

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Gran Torino ist nicht etwa eine Nachzügler-Fortsetzung der Dirty Harry-Reihe. Keineswegs. Aber es besteht eine faszinierende Verbindung zwischen jener Kino-Kultfigur, die so untrennbar mit dem Namen Eastwood verknüpft ist, und diesem Film, der nun den Abschied Eastwoods von der Leinwand markieren soll (Eastwood will fortan nur noch Regie führen, nicht aber schauspielern).

In Walt Kowalski, der Hauptfigur von Gran Torino, spiegeln sich sämtliche Elemente wider, die das Image von "Dirty Clint" formten. Walt ist ein wortkarger Einzelgänger, ein eiserner Patriot und kompromissloser Sturkopf. Beharrlich weigert er sich, aus einer Wohngegend wegzuziehen, in der Weiße längst in der Minderheit sind. Nein, Walt gibt sein Zuhause, seine letzte Bastion, nicht kampflos auf!

Walt Kowalski (Clint Eastwood) ist ein eingefleischter Sturkopf und konservativer Patriot.
Lieber nimmt er in Kauf, dass ausgerechnet er, der Fremde zutiefst verabscheut, Schulter an Schulter mit Ausländern lebt und deren "Andersartigkeit" ertragen muss. Eines Nachts aber wird Walt rein zufällig zum Retter seiner asiatischen Nachbarn. Diese verehren ihn fortan wie einen Helden und bemühen sich hartnäckig um die Gunst von Griesgram Walt.

Das beschert dem Film einige wunderbar witzige Momente, in denen Eastwood selbstironisch mit dem eigenen Revolverhelden-Renommee spielt. Sein ambivalenter Protagonist ist aber vor allem Eastwoods Kommentar zu den Tugenden und Kehrseiten Amerikas. Vaterlandsliebe, Moral und Pioniergeist kontrastieren mit Feindseligkeit, Konservatismus und Ignoranz.

Clint Eastwood bei den Dreharbeiten zu Gran Torino. Der Hollywood-Haudegen will künftig nicht mehr schauspielern.
Auf gleichnishafte Weise lernt Walt, sich für die Nächstenliebe und gegen das Prinzip der Selbstjustiz im Sinne eines Dirty Harry zu entscheiden. Gran Torinoist in seiner Märchenhaftigkeit nicht unbedingt der beste Eastwood-Film, aber sicherlich sein persönlichster. Sehenswert ist dieses etwas kitschige, doch auch sehr weise Alterswerk auf jeden Fall!

Fazit: Clint Eastwood wie wir ihn lieben: hart, aber herzlich! Ein toller Film, der nachhallt.



Ebenfalls interessant:

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(Dörte Langwald, 03.03.2009 12:58 Uhr)


 
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