... verkaufte die berühmteste Witwe des Rockbiz die Rechte am Backkatalog der Band vor einigen Jahren doch für satte 50 Millionen Dollar. Die Käufer Primary Wave beißen sich hingegen in den Allerwertesten: Noch nicht einmal schlappe drei Millionen haben ihnen die Stücke aus Cobains Feder bislang an Einnahmen beschert. So trudelte von Guitar Hero das lausige Sümmchen von 50.000 Dollar für
Breed ein, während TV und Film knapp 500.000 Dollar für weitere 13 Songs berappten.
Ein Branchenkenner glaubt, die Erklärung für die geringe Nachfrage zu kennen: "Nirvanas Musik ist einfach zu revolutionär, um sie in Werbespots einzusetzen." Hätte Kurt das seinerzeit geahnt, müssten wir heute vielleicht nicht über sein Erbe berichten.
(ar) Garantiert noch am Leben sind die Künstler unserer Hör-Geräte. Mit dabei: Papa Roach, Ladyhawke, The View, Who Made Who und die Pet Shop Boys.
Papa Roach - Hollywood Whore
aus dem Album Metamorphosis (Interscope / Universal) Nach drei Jahren sind Papa Roach zurück aus ihrem
Last Resort. Mal abgesehen vom Emo-Look der Bandmitglieder hat sich in der Auszeit aber nicht gerade viel getan: Als hätte sich die Welt in der Zwischenzeit nicht weitergedreht, spielen die Jungs aus Kalifornien immer noch denselben Crossover-Sound wie schon 2000. Ohne jede Überraschung wird einfach das Standardprogramm angeworfen.
(mz) Ladyhawke - My Delirium
aus dem Album Ladyhawke (Universal) Pip Brown mischt Pop mit Elektro und Disco mit Rock, legt darüber ihre süße Stimme und formt daraus nicht nur dieses eine zwingend tanzbares Stück. Hörbar im Mittelpunkt steht dabei ihre Liebe zur Musik und zum Vibe der 80er. Es dominieren Eighties-Sounds, Synthie-Teppiche und ansteckende Dance-Nostalgie in einem modernen Korsett. Das klingt dann nach Kim Wilde, Blondie und CSS. Eine One-Woman-Show, die es in sich hat!
(me)
Lustige Gesellen oder schon wieder betüdelt? The View aus Schottland.
The View - Double Yellow Lines
aus dem Album Which Bitch? (Columbia / Sony BMG) Die Bücher von Irvine Welsh (
Trainspotting) mussten von einem Übersetzer aus dem Schottischen ins Englische übertragen werden - sonst hätten die Inselnachbarn kein Wort verstanden. Ganz so schlimm ist es mit The View nicht. Selbst als sprachlich nur bedingt geschulter Durchschnittseuropäer kann man den textlichen Ausführungen der Jungs mit dem charmanten Dialekt halbwegs folgen. Meistens geht's ohnehin nur ums Trinken - und den beschwerlichen Heimweg danach, wie bei
Double Yellow Lines.
(ar) Who Made Who - TV Friend
aus dem Album The Plot (Gomma / Groove Attack) Der Frühlingsanfang steht vor der Tür. Dort bleibt er erstmal, wir öffnen die Pforte bei diesem fürchterlichen Schnee-Regen-Wetter bestimmt nicht! Dann doch lieber mit der Fernbedienung in der Hand ab auf die Couch. Die Legitimation für das faule Abhängen vor der Glotze liefern uns Who Made Who mit
TV Friend. Herrlich schräger Sirenengesang versichert im Stile von Hot Chip: "Reality TV is good for you!" Wussten wir's doch.
(ar) Pet Shop Boys - Love etc
aus dem Album Yes (Parlophone / EMI) Die Single
Love etc ist mit Männerchor und stampfigem Rhythmus nicht die beste Referenz für das zehnte Studioalbum der Pet Shop Boys. Trotzdem verteidigen Neil Tennant und Chris Lowe mit Yes lässig ihre herausragende Position im Synthie-Pop, die sie seit ihrer Gründung 1981 einnehmen. Produziert von dem Team Xenomania, dem viele UK-Stars ihre Hits verdanken, klingen die elf Songs dennoch typisch nach Pet Shop Boys.
(st)
Ebenfalls interessant:
Die Songs der Woche vom 13. März Silbermond: Das ungekürzte Interview Radiohead: Die ersten Alben als Sammlereditionen