Berichten zufolge will die "Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte” bis zu 12 Cent pro aufgerufenes Musikvideo von YouTube. Ein Preis, der dem Videoportal sauber zu hoch ist. Seit einigen Tagen schaltet der Google-Sprössling nun auf stur und verwehrt Musikfans in Deutschland den Zugriff auf Clips von Künstlern, die bei der GEMA gemeldet sind.
Schwere Zeiten also für moderne Musikkonsumenten. Nachdem MTV und Viva zur Partnerbörse für leichtbekleidete Strandnixen und hirnlose Rednecks verkommen sind, Klingeltöne den Schufa-Eintrag sichern und der Download-Esel seine User huckepack Richtung Knast schleppt fällt nun, zumindest vorübergehend, auch YouTube als Muckelieferant aus.
Grund zur Panik besteht dennoch nicht. SFT hat drei wirkungsvolle Tipps parat, mit denen Sie die Zeit ohne Netzdisco unbeschadet überstehen:
1.Legen Sie eine Platte auf - gerne aus Vinyl
2.Besuchen Sie ein Konzert Ihrer Wahl - gerne betrunken
3.Gründen Sie eine Band - gerne dilettantisch Youtube hin, GEMA her - wir versorgen Sie auch diese Woche wieder mit unseren Songs der Woche. Mit dabei: The Thermals, Bat For Lashes, Nobelpenner, Trashmonkeys und Yeah Yeah Yeahs.
(ar) Mit unseren Hör-Geräten halten wir Sie jede Woche über die neuesten Hits auf dem Laufenden. Lahme Sounds haben natürlich keine Chance, wir picken nur die Pop-Perlen für Sie heraus. Diese lassen sich mit wenigen Klicks ganz bequem als DRM-freie MP3s von Nowdio downloaden. Now We Can See - The Thermals
aus dem Album Now We Can See (Kill Rock Stars/Cargo Records) Eingehüllt in charmantes Understatement präsentiert sich nicht nur der Titeltrack, sondern erneut das gesamte, mittlerweile vierte Album der Thermals. Die Zutaten: ein bisschen Lo-Fi, eine gehörige Prise Punk-Rock und alles immer lässig dahin gerotzt. Das hat nach wie vor Hand und Fuß, klingt gut und macht Spaß, aber ein bisschen frischer Wind hätte dem US-Trio diesmal durchaus gut getan.
(me) Daniel - Bat For Lashes
aus dem Album Two Suns (EMI) Die Stimme der Britin Bat For Lashes alias Natasha Khan klingt wie eine Mischung aus der Größe von Björk, der Dramatik von Annie Lennox und der Zerbrechlichkeit von Heather Nova. Auch musikalisch vereint sie Elemente dieser drei Künstlerinnen, aber kleidet sie in ein modernes, Elektro-Pop-angehauchtes Kostüm. Sicher nichts für jedes Ohr aber dafür ziemlich gut gemacht!
(me)
Stilvolles Songwriting auf der Dachterrasse: Typisch Nobelpenner ...
Hölle - Nobelpenner
aus dem Album Meinten Sie Nibbelpeter? (Virgin / EMI) Nobelpenner umgarnen uns mit scheppernd dilettantischem Anarcho-Pop, der sich jedem Genre-Stempel entzieht. Für die Beats sorgt ein betagtes Midi Akai MPC, den Rest beschaffen wahlweise E-Piano, Banjo, Gitarre, Synthi-Bässe sowie jede Menge Samples aus dem Plattenschrank. Eine gehörige Portion Spaßbereitschaft und Mut zum Albernen sollten geneigte Hörer von
Hölle in jedem Fall opfern können.
(ar) Dreammaker Avenue - Trashmonkeys
aus dem Album Smile (XNO Records / Alive) Eine Platte wie ein kühles Bier zur Sommerzeit: geht aalglatt runter und hebt die Laune im Nu! Nur logisch also, dass die Trashmonkeys ihr fünftes Album
Smile betitelt haben. Ihr unbeschwerter Sound katapultierte vor drei Jahren bereits ihren Überhit
Attitudes In Stereo in die Dauerrotationen der Indie-Discos und Gehirnwindungen der Röhrenjeans-Rocker. Nun kehren sie mit
Dreammaker Avenue zurück, einem Mod-Beat-Kracher im Stile der Kinks.
(ar) Heads Will Roll - Yeah Yeah Yeahs
aus dem Album It's Blitz (Polydor/Universal) "Dance till you dead!" befiehlt Frontfrau Karen O in diesem Song und die Massen werden ihr aufs Wort gehorchen. Die New Yorker Art-Punker vollziehen den Schritt vom coolen Indie-Rock- zum angesagten Pop-Sound. Wie schon bei den Killers, Franz Ferdinand und der neuen Placebo heißen auch die Waffen ihrer Wahl nun Disco-Beats und Synthie-Sounds. Einige werden sie dafür stark kritisieren, jedoch können sie diese Engstirnigkeit getrost ignorieren, denn der Wechsel ist dieser schlauen Band verdammt intelligent und richtig gut gelungen.
(me)
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