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Wir picken die Pop-Perlen für Sie heraus... voriger Artikel nächster Artikel

Die Songs der Woche: Unsere Hör-Geräte vom 08. Mai!

Mit Gewalt geht alles besser: Warum ein Tobsuchtanfall zum richtigen Zeitpunkt Ihre Plattensammlung enorm wertvoll machen kann.

Wieviel Geld haben Sie im letzten Plattenladen gelassen? Weniger als 28.000 Euro? Dann haben Sie garantiert nicht Frank Wilsons rare Vinyl-Single Do I Love You mit nach Hause genommen. Das Sammlerstück aus dem Hause Motown ging bei einer Auktion nun für fast 30 Riesen über den Tisch. Wie wurde das Teil so wertvoll?

Nun, weltweit existieren nur noch zwei Exemplare der Single. Die restliche Auflage wurde auf Weisung des Motown-Chefs Berry Gordon komplett zerstört. Offenbar war Gordon not amused, als sein erfolgreicher Schützling ankündigte, sich vom Sängerdasein verabschieden und das Mikro mit dem Mischpult vertauschen zu wollen.

Wutentbrannt stellte sich der Detroiter Labelmacher die Frage Do I Love You und antwortete mit einem klaren Nein in Form der befohlenen Zerschmetteraktion. Nur zwei kleine PVC-Scheiben entgingen der Rage ihres einstigen Geburtshelfers und erfreuen sich seither bester Wertsteigerung. (ar)

Für deutlich weniger Geld können Sie unsere Songs der Woche erstehen. Heute mit: Submarien, Anthony Rother, Moll Flanders, Scanners und Maximo Park.

Remaining von Submarien
aus dem Album Not A Robot (Maria Records / Soulfood)

Remaining ist ein tolles Beispiel für ein insgesamt beeindruckendes Debüt einer jungen Band aus Stuttgart, das unser aller Aufmerksamkeit verdient. Intensive, ehrlich und eindringlich erobern Submarien mit ihrem sphärischen Pop das Herz des Hörers. Die Stimme von Barbara Hernandez erinnert ein wenig an die angenehme Seite von Annie Lennox. Kaum zu glauben, dass so groß und international klingende Musik aus Süddeutschland kommt! (me)

Shadowbreaker von John Starlight (Boys Noize Remix)
aus dem Album Fuse Presents: Anthony Rother

"Minimal kills maximal music" - ein platter Slogan? Egal, eins steht fest: Das monotone Looping vieler abgespeckter Techno-Tracks in gemächlichem Tempo reißt mich nicht gerade vom Hocker. Umso überraschter war ich, dass ausgerechnet Anthony Rother seine Fuse-Compilation mit einem Boys-Noise-Remix von John Starlights Shadowbreaker startet. Sieben Minuten entschlossener Bass und hässliches Knarzen. Mut zum Lärm! (ar)

Das wird eng im Proberaum: Schweden-Sechser Moll Flanders. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Something Good von Moll Flanders
aus dem Album If You Can't Understand What You Don't Understand It's Not Easy (Crying Bob Records / Broken Silence)

Literatur ultrakompakt, Lektion 1 - heute: Moll Flanders. Waisenkind hat schwere Kindheit, gerät an die falschen Männer, wird zum Tode verurteilt. Ein Happy End gibt's trotzdem. Das liest sich ein bisschen so, wie die Musik der nach dem Roman benannten Schweden-Band klingt. Something Good zum Beispiel, dieser erhabene Fetzen Seventies-Rock: Streckenweise melancholisch, ein wenig unglücklich und trotzdem niemals ohne Hoffnung. Darf man das eigentlich Power-Ballade nennen? (ar)

Air 164 von Scanners
aus dem Album Violence Is Golden (Unter Schafen Records / Alive)

In UK bereits 2006 erschienen, schwappt das Debüt der Londoner Scanners nun endlich nach good ol‘ Germany. Auf Violence Is Golden macht die Combo wenig falsch. Jede Menge Hooks, kaum Monotonie und Mut zur Dissonanz. Dabei hören alle auf das Kommando der großartigen Sarah Daly, die sich mit ihrer Grrrl-Riot-Stimme manisch-depressiv auf einem breiten Soundteppich aus Gitarrengeschrammel und Synths wälzt. Besonders gut steht ihr dabei der ausgekotzte Plastik-Punk von Air 164. (ar)

Roller Disco Dreams von Maximo Park
aus dem Album Quicken The Heart (Warp / Rough Trade)

Was für ein Song! Und wie wundervoll er sich nach den für Maximo Park typischen Kanten und Hacken dann doch in einer herzergreifenden Glückseligkeit auflöst! Musikalisch hat sich dabei zwar nicht viel verändert, jedoch hat die Band ihren Stil infektiöser, schneller Indie-Rock-Songs hier weiter perfektioniert. Bleibt noch eine der schönsten Textzeilen der letzten Zeit hervorzuheben: "Like fireworks in Brixton, two carrousel-hearts beating. If it's a grower, why can't we take things slower.” (me)



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(Alexander Reindl, 08.05.2009 13:06 Uhr)


 
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