Am 13. Mai startet Illuminati, der Nachfolgefilm zu The Da Vinci Code - Sakrileg. In der zweiten Verfilmung eines Bestseller-Romans von Dan Browns spielt Tom Hanks erneut den Symbolforscher Robert Langdon, der sich diemals auf eine abenteuerliche Schnitzeljagd quer durch Rom begibt. SFT sprach mit dem Oscar-Preisträger über den Streifen.
SFT: Mr. Hanks, Sakrileg war ein dialoglastiger Film. Stimmt es, dass Illuminati actionreicher ausfällt?
HANKS: Ja, es gibt weitaus mehr Actionszenen. Es ist allerdings nicht so, als würde sich Robert Langdon plötzlich wild prügeln oder zum Maschinengewehr greifen. Er schießt zwar einmal mit einer Waffe, aber nur, um ein Fenster zu zerbrechen. Das ist alles.
Die eigentlich Action besteht aus der Rasanz des Countdowns: Schließlich rennt Langdon gegen die Zeit an. Die Antimaterie-Bombe könnte explodieren, obendrein findet auch noch die Papstwahl statt. Langdon muss den Pfad der Illuminati-Morde vor der Wahl stoppen; wenn er es nicht schafft, bedeutet es, dass die Papstwahl unterwandert wurde.
Tom Hanks als Robert Langdon. In Illuminati, dem Nachfolgefilm zu The Da Vinci Code - Sakrileg wird der Gelehrte nach Rom gerufen. [Quelle: siehe Bildergalerie]
SFT: Im Buch kommen sich Professor Langdon und seine Gefährtin Vittoria Vetra (Ayelet Zurer) sehr nah - ist das auch im Film so?
HANKS: Nun ja, falls es wirklich Romantik gibt, dann wird sie vom gemeinsamen Ziel der beiden, einen Kardinal vor dem Tod zu bewahren, gut versteckt. Es bleibt nicht viel Zeit, um romantisch zu werden, bevor der Papst gewählt ist. Weil Dan Brown Robert Langdon in Illuminati erfunden hat, hatte er im Buch mehr Zeit, um seine Figur auszumalen. Als er den Nachfolgeroman Sakrileg schrieb, war Langdon fast nur noch der Fachmann und weniger romantisch unterwegs.
Im Kino ist es nun so, dass Illuminati als zweiter Film herauskommt. Diesmal hatten wir keine Zeit, die romantischen Gefühle zwischen einem sehr gesunden, robusten Robert Langdon und einer ebenso gesunden, attraktiven Vittoria Vetra zu ergründen. Ich möchte vermuten, dass sie sich am Ende des Films zurückziehen, um einen Espresso oder ein Glas Wein im Hassler Hill Hotel, auf der Spanischen Treppe oder vielleicht auf einem kleineren Platz ein wenig außerhalb von Rom zu trinken, aber man sieht es einfach nicht.
Tom Hanks mit seiner Gattin, der Schauspielerin Rita Wilson. [Quelle: siehe Bildergalerie]
SFT: Ron Howard sagte, er habe den Film ein wenig künstlerischer und weniger ehrfürchtig inszeniert. Glauben Sie, das stimmt mit Ihrer Darstellung von Robert Langdon überein?
HANKS: Ja, da das der zweite Film ist, hatten wir diese Möglichkeit. Langdon konnte auf Erfahrungen setzen, die er im Buch noch nicht hatte. Dort passierten bestimmte Dinge zum ersten Mal, und es gab fast so etwas wie einen Wettbewerbsgedanken. Er war fast streitlustig, und das passt sehr gut. Es gab viele Hochrechnungen in dem Buch, denn schließlich hat Dan Brown es geschrieben, bevor es das Internet überhaupt gab.
Zudem wurde auch die Wahl des Papstes von Brown anders beschrieben. Er schilderte das Konklave als ein Ereignis, das maximal drei TV-Sender vor den Vatikan lockte und niemanden wirklich interessierte. Dabei wissen wir alle, dass ein riesiger Medienzirkus veranstaltet wird, wenn der Papst stirbt und ein neuer gewählt wird. Jeder Sender schickt seinen besten Mann nach Rom, um vom Petersplatz zu berichten.
Doch als Dan Brown das Buch schrieb, war schon sehr lange kein neuer Papst mehr gewählt worden; man hatte irgendwie vergessen, was für ein großes Ding das ist. Wir haben uns nicht viele Freiheiten genommen, aber um es aus heutiger Sicht logisch darzustellen, mussten wir ein paar Dinge einfach ändern.