Hilfe, meine Mutti spukt! Im US-Remake des Asia-Hits A Tale of Two Sisters wird eine junge Maid von schrecklichen Visionen ihrer verstorbenen Mama geplagt. Au Schwarte: Obendrein entpuppt sich ihre neue Stiefmutter als garstiger Drachen!
Mal ernsthaft: Wann haben Sie zuletzt einen richtig guten Horrorfilm gesehen? Im Kino, wohl gemerkt. Nicht daheim auf DVD. Hollywood produziert inzwischen fast nur noch Remakes von Genre-Klassikern oder erfolgreichen Schockern aus dem Ausland. Am liebsten wildert die Traumfabrik in Asien. Doch außer der Neuverfilmung von The Ring brachte dieser cineastische Kolonialismus kaum Brauchbares zustande.
Auch Der Fluch der zwei Schwestern beruht auf einer fernöstlichen Vorlage. Janghwa, Hongryeon (US-Titel: A Tale of Two Sisters) gilt unter Genre-Fans als echte Geheimtipp-Perle. Das märchenhaft-düstere Original erfährt nun in der Hollywood-Version eine wundersame Aufpolierung und Versexung.
Warum ist kein Wasser in der Badewanne? [Quelle: siehe Bildergalerie]
Schnuckelchen Emily Browning (Lemony Snicket) spielt die Hauptrolle der Anna (im Original ist selbige ein kleines Mädchen), die nach dem Unfalltod ihrer schwerkranken Mutter längere Zeit in einer psychiatrischen Einrichtung verbringen musste. Als sie endlich nach Hause zurückkehrt, muss sie mit Schrecken feststellen, dass ihr Vater (David Strathairn) nun mit der Pflegerin (Elizabeth Banks) von Annas verstorbener Mutter liiert ist.
Zusammen mit ihrer Schwester Alex (Arielle Kebbel) ist Anna bald überzeugt: Die neue Stiefmutter in spe führt nichst Gutes im Schilde. Mehr sogar: Anna und Alex vermuten, dass die giftige Blondine etwas mit dem Tod ihrer geliebten Mutter zu tun hatte. Zumindest lassen das die schrecklichen Visionen vermuten, die Anna seit ihrer Heimkehr plagen.
Kann mal jemand das Licht anschalten? Achso, ist ja ein Horrorfilm... [Quelle: siehe Bildergalerie]
Gruuuuuselig, gruselig: Verschrumpelte Geister-Muttis, die urplötzlich in Spiegeln oder unter der Bettdecke auftauchen. Diabolisch grinsende Stiefmütter. Und ein finaler Twist, der so vorhersehbar wie ein Busfahrplan ist. Schnarch. Wieder einmal fragt man sich, wozu ein ebenso gelungener wie erfolgreicher Originalfilm überhaupt von Hollywood neu verfilmt werden musste - und dann auch noch als schlechtere Version?
Na gut, seien wir gönnerhaft: Der Fluch der zwei Schwestern ist solide gemachter Horror. Wer kein Genre-Kenner ist, kommt sicher auf seine Nägelkau-Kosten und wird vielleicht sogar über die Auflösung der Handlung Bauklötze staunen. Wer aber schon den einen oder anderen Vergleichsfilm gesehen hat, für den bietet der Streifen einfach nichts Neues. Immerhin: Als Zwischendurch-Happen für Horror-Junkies kann man das Werk empfehlen. (dl)
Fazit: Instant-Horror statt innovativ. Als solides Genre-Fast-Food aber zu empfehlen.