Katie (Keri Russell) begibt sich auf Spurensuche in Deutschland. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Im Film heißt der Kannibale Oliver Hartwin und wird von Thomas Kretschmann (King Kong, Operation Walküre) gespielt. Seine Tat und die Gründe dafür werden in Rückblenden geschildert, eingebettet in eine denkbare maue Rahmenhandlung: Die US-Studentin Katie (Keri Russell) liest Jahre später über den bizarren Fall und ist augenblicklich fasziniert. Sie beschließt, Hartwin zum Thema ihrer Abschlussarbeit zu machen und begibt sich auf Spurensuche in Deutschland.
Schreck lass nach: In sepia-braunen Bildern werden erst die Kindheitsjahre, dann die Grusel-Tat des Kannibalen beleuchtet. Detailliert wird gezeigt, wie Oliver Hartwin im schmuddeligen Rippstrickhemd seinen Wunschträumen nachhängt, im Internet nach einem Opfer sucht und schließlich auf den Homosexuellen Simon Grombek (Thomas Huber) stößt. Beinahe unfreiwillig komisch sind schließlich die reißerischen Szenen der Schlachtung selbst.
Kretschmann schwingt das Schlachtermesser; derweil trinkt sich sein Opfer mit Hustensaft Mut an. Au Schwarte, das ist bitter! Zwischendurch immer wieder Zeitsprünge in die fiktive Gegenwart, in der sich Gothic-Girlie Katie zunehmend in ihren Recherchen verliert. Bald kann sie nicht mehr unterscheiden: Ist es nur wissenschaftliches Interesse oder sind es ihre eigenen seelischen Abgründe, die sie so tief eintauchen lassen? Gähn!
Fazit: Rohtenburg ist im Grunde ein müder Schinken, der unbedingt schockieren möchte, zugleich aber auch stets den Deckmantel der Pseudo-Betroffenheit über die eigene Lust an der Fleischesschau hält. Der Film ist weder packend noch bewegend sondern einfach nur lame. (dl)