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Inglourious Basterds: Tarantinos neuer Film in der Kinokritik

Inglourious Basterds: Ab 20.8. neu im Kino. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Handlungsstrang Nummer zwei dreht sich um die Kinobesitzerin Shosanna (Mélanie Laurent), deren Familie einst von Landa ermordet wurde und die seitdem auf Rache sinnt. Ihre Chance kommt, als ihr Filmpalast als Austragungsort für die Premiere von Goebbels neuem Heimatfilm auserkoren wird. Hitler selbst will den Event besuchen; prompt wittert Shosanna die Gelegenheit, die gesamte NSDAP-Führungsriege auf einen Streich auszuschalten.

An dieser Stelle kreuzen sich die Wege von Shosanna und den Basterds - denn selbige bekommen Wind von Hitlers geplantem Premierenbesuch und tüfteln ihrerseits einen Anschlag auf den Führer aus. Und so kommt es, dass dieser Kriegsfilm über Nazis jagende Amerikaner in einem französischen Lichtspielhaus endet, während ein deutscher Propagandastreifen läuft.

Racheengel: Die Jüdin Shosanna (Mélanie Laurent) will den Mord an ihrer Familie vergelten. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Tarantino setzt auf die "Operation Kino" anstatt auf die "Operation Walküre" - bei ihm besiegt die Macht des Kinos das Dritte Reich. Eine märchenhafte Metapher, die im extremen Gegensatz zu dem ansonsten beinharten Tenor des Streifens steht; denn wie gewohnt spritzt bei Tarantino literweise Theaterblut. Allerdings muss man sagen, dass Inglourious Basterds insgesamt zahmer ausfällt als beispielsweise Kill Bill. Tarantino konzentriert sich diesmal auf lange, gemächlich inszenierte Dialogpassagen, in denen er die Akteure förmlich durch die Kamera zu studieren scheint.

Es gab Kritikerstimmen, die bemängelten, der Streifen sei überlang und öde. Quatsch! Inglourious Basterds ist ein Bastard von einem Film. Großartige Darsteller, angeführt vom genial spielenden Christoph Waltz (einzige Ausnahme: die haarsträubend hölzerne Diane Kruger), Dialoge zum Niederknien, bissiger Humor und als Sahnehäubchen eine knallharte Botschaft: Tarantino löst sich gänzlich vom politisch Korrekten und streckt dem Betroffenheits-Muff die Zunge raus.

Auf der Jagd nach Nazi-Skalps: Aldo (Brad Pitt, r.) und seine Basterds. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Inglourious Basterds ist eine Nazi-Satire, wie sie vor Tarantino noch keinem gelungen ist, denn der Film rechnet zugleich mit der Cowboy-Mentalität der USA ab und schafft es obendrein, die Liebe zum Kino als versöhnliche, kulturenübergreifende Klammer über den Schrecken des Holocausts zu spannen.

Es wird sicher Tarantino-Fans geben, die von Inglourious Basterds enttäuscht sein werden. Der Streifen ist gemächlicher, dialoglastiger, weniger bizarr als die meisten seiner Vorgängerwerke. Doch gerade das ist eigentlich seine Stärke! Tarantino beweist, dass er auch mal etwas anderes kann, als "nur" kultiges Popkultur-Kino zu machen. Sein Basterds-Streifen ist der erwachsenste, anspruchsvollste Tarantino aller Zeiten. Subversiv. Satirisch. Couragiert. Ein Fest für Kinoliebhaber. Und extrem nachhallend. (dl)

Fazit: Ein Bastard von einem Film! Pflichttermin für Cineasten.



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Inglourious Basterds in der Kinokritik von pcaction.de


(Dörte Langwald, 22.07.2009 14:50 Uhr)


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