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Gotthard im Interview: Über Hardrock, Uwe Boll, Gewaltspiele, MMORPGs, Pussy und Phallussymbole

Gotthard - Need to Believe [Quelle: siehe Bildergalerie]
Marc: Es ist ganz einfach: Zu 90 Prozent erfüllen die Eltern in solchen Fällen nicht den Job, den sie als Eltern erfüllen sollten. Das heißt, die Kinder haben keine Richtlinien, werden nicht kontrolliert. Deswegen verwahrlosen sie geistig auch ein wenig und tun und lassen, was sie wollen. Also zuerst mal muss man den Eltern sozusagen den "Führerschein" dafür geben, überhaupt Kinder zu bekommen. Man kann seinen Kindern sagen: Du spielst so und so lange und spielst die Spiele, die herum liegen und "die anderen Games" sperren wir weg. Man muss sich nur bemühen. Aber die Bereitschaft der Eltern leidet darunter, dass sie möglichst viel Geld verdienen wollen. Beide sind berufstätig und keiner ist mehr zu Hause und kontrolliert.

Meine Frau ist Lehrerin und sie hat die acht- bis zehnjährigen Kinder - und die kommen mit GTA: San Andreas an. Weißt du, das sind die schlimmen Dinge; das kommt von zu Hause aus. Es beginnt auf der Seite: Wie bringe ich die Eltern dazu, dass sie wieder Zeit haben für ihre Kinder? Ich habe einen Freund, der hat einen 17-jährigen Sohn, der ihn jetzt gefragt hat, ob er nun endlich eine Konsole haben darf. Das ist der totale Gegensatz dazu, bei dem man sich gar nicht vorstellen kann, dass es so etwas heutzutage überhaupt noch gibt.

Weißt du, wenn du ein Kind hast, dann ist das eben nicht dasselbe wie einen Hund zu haben, der daheim wartet, bis du nach Hause kommst, dann gehst du kurz mit ihm spazieren und das war's. Ein Kind will wissen und lernen und ein Kind zockt nicht zu viel, wenn es beschäftigt ist. Aber wenn natürlich niemand etwas mit ihm unternimmt, die Eltern vielleicht sogar ständig streiten, wozu greift es dann? Zu dem, womit es unterhalten wird, womit es vergisst.

SFT: Kannst du dir eigentlich Gotthard für einen Spiele-Soundtrack vorstellen, wie das beispielsweise In Extremo im ersten Gothic-Teil gemacht haben oder auch Nightwish für Risen?

Marc: Es ist natürlich immer toll, wenn man so ein Angebot bekommt. Ich möchte zwar nicht unbedingt als Charakter auftreten, aber ich würde gerne Stimmungen musikalisch untermalen. Schnelle Stücke für die entsprechenden Bereiche im Spiel oder für die ruhigeren Passagen Balladen zum Beispiel. Also konzeptmäßig Musik zu machen für ein Produkt - das wäre der Hammer. Da ginge es mir auch nicht darum, bekannter zu werden. Es ist einfach interessant. Wenn ich ein Spiel öfter spiele, dann ist das jedes Mal ein wenig so, als käme ich nach Hause. Gerade, wenn man über Jahre hinweg Rollenspiele zockt, hat man einen ganz besonderen Bezug dazu. Und dazu die richtige Musik zu machen, ist natürlich der Hammer.

SFT: Wer weiß, vielleicht lesen ein paar Spielemacher dieses Interview und kommen dadurch auf die Idee, mal bei dir anzufragen.

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