Gotthard [Quelle: siehe Bildergalerie]
Marc: Es wäre ein richtiges Stück Arbeit, aber es könnte richtig was Geiles werden. Und vor allem, wenn man eben früh fragt, dann hat man genug Zeit, um nicht nur einfach die Songs zu nehmen, die man schon hat, sondern richtig was zum Spiel zu schreiben. Man sieht ja auch das Storyboard und um Musik zu machen, muss man sich auch in das Spiel reinfühlen.
SFT: Ihr seid nächstes Jahr ja tatsächlich schon auf einem Soundtrack vertreten - aber zu einem Film hab ich gesehen: Max Schmeling von Uwe Boll. Marc: Wir haben Uwe Boll kennen gelernt, als wir einen Song zu seinem Film
Postal beisteuerten. Unsere Promotion-Mitarbeiterin kennt ihn ganz gut und kennt auch die Leute, die im Hintergrund arbeiten. Und so hat man einfach angefragt: Du, hier ist ein neues Album - macht ihr auch gerade was? Was genau? Du, wir hätten zwei, drei Songs, die vielleicht passen könnten. Und da fand Uwe Boll, dass
Unconditional Faith, der ja eher so ein Chill-out-Song ist, so richtig passen könnte. Vor allem beim Abspann. Er hat uns jetzt auch schon ein Video mit Schnittszenen vom Film hergestellt, auch mit uns im Boxring mit den Jungs drumherum, damit wir das zum richtigen Zeitpunkt veröffentlichen können.
SFT: Aber ihr boxt in diesen Szenen doch nicht etwa, oder? Marc: Nein, nicht. Obwohl, manchmal nach einem Konzert sehen wir auch so aus (lacht).
SFT: Apropos boxen: Wie ist das eigentlich bei euch? Streitet ihr euch? Ihr seid ja in der Urbesetzung schon seit sehr langer Zeit zusammen. Das ist heutzutage nicht selbstverständlich. Wie macht ihr das? Marc: Du, wir haben frühzeitig gelernt, richtig miteinander umzugehen und dass wir nur gemeinsam stark sind. Diese Gemeinsamkeit hat uns zusammengeschweißt. Klar kommt mal ein forsches Wort rüber, aber richtigen Streit gibt's nie. Das hat keinen Sinn, weil wir sind ein Team und zusammen wollen wir sozusagen die Weltmeisterschaft gewinnen und das kann nur gelingen, wenn jeder dem anderen hilft.
SFT: Diese positive Einstellung hört man eurem neuen Album ganz besonders an. Es ist schade, dass der Sommer schon vorbei ist, denn man kann sich beim Hören gut vorstellen, durch den sonnigen Park zu schlendern und die positive Stimmung zu genießen. Marc: Bei
Need To Believe ist auch die Message von uns: Du musst an dich glauben. Wir glauben auch immer noch an uns. Weißt du, dieses CD-Business ist durch Raubkopierereien um 75 bis 80 Prozent zusammengebrochen in den letzten zehn, 15 Jahren. Also an CD-Verkäufen verdient man schon lange nichts mehr. Im Gegenteil: Es wird immer schwerer. Heute ist ein Musiker nicht mehr der Rockstar, der man mal sein wollte, sondern man kämpft auch um jeden Cent. Aber ich will jetzt auch nicht weinen. Es hat sich eben einiges verändert und da trotzdem immer wieder zu sagen, wir machen noch weiter - da muss man natürlich an sich glauben, man muss ans Team glauben.
Ich denke, einer der Urinstinkte in uns, ist der Wille, an etwas zu glauben - the need to believe. Sei es Religion oder an sich selber. Der größte Kampf ist letztendlich aber doch gegen uns selbst. Das ist das größte Spiel in unserem Leben. Und dafür musst du nicht einmal online gehen oder eine Konsole kaufen. Die Menschheit ist die größte Zockermaschine, die es gibt.
SFT: Ihr habt jetzt mit dem kanadischen Produzenten Rich Chicky zusammen gearbeitet. Wie war die Arbeit mit ihm? Lesen Sie die Antwort auf der nächsten Seite >>>