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HDTV: Fragen und Antworten zum HD-Fernsehen


Andre Prahl, RTL [Quelle: siehe Bildergalerie]
5. Andre Prahl für die Mediengruppe RTL Deutschland

Frage: Warum strahlen Sie Ihre HD-Sender nicht wie ihre bisherigen Kanäle kostenlos über die bekannten Übertragungswege aus, sondern beschränken sich auf den Satellitenempfang und eine neue Empfangsplattform?
Antwort: Die Beschränkung auf den Satellitenempfang ist nur zum Anfang gegeben, dadurch dass noch keine Einigung mit Kabelnetzbetreibern und IPTV-Anbietern existiert. Der Satellitenempfang ist jedoch keine finale Beschränkung. Wir sind mit anderen HD-fähigen Plattformen in Gesprächen und es ist natürlich unser Ziel, dass diese Plattformen unter den gleichen Bedingungen wie beim Satelliten unsere Programme an ihre Kunden weiterleiten.

RTL HD [Quelle: siehe Bildergalerie]
Frage: Werden Kabelkunden und IPTV-Kunden (T-Home) in absehbarer Zukunft Ihre HD-Programme empfangen können?
Antwort: Alle Plattformen, die Interesse daran haben, unsere Programme verschlüsselt und mit den Anforderungen an den Signalschutz zu senden, sind uns willkommen - entsprechende Gespräche laufen bereits. Wir sind da überhaupt nicht diskriminierend. Im Gegenteil! Wir möchten mit allen Plattformen zusammen kommen und die Programme dort auch anbieten.

Frage: Wie hoch ist der Anteil echter HD-Sendungen? Welche Eigenproduktionen werden 2010 noch auf HD umgestellt? Können Sie uns Beispiele für HD-Sendungen nennen?
Antwort: Wir haben zunächst einmal das gesamte Programm in einer technisch deutlich hochwertigeren Form dargebracht - also auch die Anteile, die nicht nativ in HD vorliegen, werden sehr aufwendig hochkonvertiert und mit einer dreifach höheren Datenrate als bisher üblich ausgestrahlt. Das heißt unser Programm ist insgesamt in der Bildqualität sehr stark aufgewertet. Natives HD-Material ist im ersten Schritt vor allem Lizenzware, also US-Serien wie "Dr. House" und "Monk" und Blockbuster. Der Anteil wird sukzessive ausgebaut und durch Eigenproduktionen ergänzt. Unser Ziel ist es, 2010 einen sehr nennenswerten Anteil nativ in HD produzierten Materials zu senden. Highlights werden Sportevents sein, dazu gehört natürlich die Fußballweltmeisterschaft, zu der wir die von uns übertragenen Partien nativ in HD ausstrahlen werden.

Vox HD [Quelle: siehe Bildergalerie]
Frage: Wer ihre HD-Ausstrahlungen sehen will, muss einen HD-Plus-Receiver anschaffen, über eine Million Kunden, die bereits in einen HD-Receiver investiert haben können Ihre Sendungen nicht empfangen. Was sagen Sie diesen Kunden, die sich schon früh für HD entschieden haben?
Atwort: Astra und HD-Plus haben sich für eine neue technische Plattform entschieden. Es ist richtig, dass Receiver, die für dieses System nicht vorbereitet sind und die Anforderungen bezüglich des Signalschutzes nicht umsetzen, unsere Programme nicht entschlüsseln können. Man muss aber dazu sagen, dass die Kollegen von HD-Plus an einer Variante arbeiten, auch bereits verkaufte Receiver, die nicht für HD-Plus ausgelegt sind, in die Lage zu versetzen, HD-Plus darzustellen. Wir haben auch überhaupt nichts dagegen. Wir sagen nur: Die Receiver, auf denen unser Programme freigeschaltet werden, müssen die Anforderungen an den Signalschutz erfüllen. Alle technischen Varianten, die dies ermöglichen, sind uns absolut recht.

Frage: Mit welchen Restriktionen müssen die Zuschauer rechnen?
Antwort: Grundsätzlich ist zu sagen: Wir wollen die Aufzeichnung nicht verhindern. Was wir jedoch ungern sehen, ist das Überspringen der Werbung. Wir möchten, dass auch bei einer zeitversetzten Nutzung die Werbung gesehen wird, damit sie auch konsumiert wird und somit auch vermarktbar bleibt. Wir leben von der Vermarktung von Werbeflächen. Die zeitversetzte Nutzung wird von der Gfk (Gesellschaft für Konsumforschung, Anm. der Redaktion) mittlerweile gemessen und nicht gesehene, also übersprungene, Werbung wird dort nicht mehr gezählt. Das ist für unser Geschäftsmodell nicht gerade positiv. Daher: Aufzeichnung ja, aber Wiedergabe nur in Echtzeit, inklusive Wahrnehmung der Werbung.

Frage: Werden Sie die Restriktionsmöglichkeiten der HD-Plus-Plattform auch für Ihre SD-Kanäle zum Einsatz bringen?
Antwort: Grundsätzlich gelten die Anforderungen zum Schutz der Signale für alle Ausstrahlungsvarianten. Welche konkrete Ausgestaltung das in Zukunft nimmt, ist derzeit offen.

Frage: Zum einen schützen Sie Ihr Geschäftsmodell durch Restriktionen bei der Aufnahme, zum anderen muss der Zuschauer dafür eine jährliche Gebühr entrichten - wie passt das zusammen?
Antwort: Es sind zwei Dinge, die hier zusammenkommen. Auf der einen Seite haben wir durch die Herstellung und Verbreitung des Signals einen erheblichen finanziellen Aufwand. Nur ein Beispiel: Wir bauen in Köln derzeit ein komplett neues, HD-fähiges Sendezentrum. Der Zuschauerbeitrag 50 Euro im Jahr ist in gewisser Weise eine Kompensation dieser Aufwendungen. Das wird jedoch bei weitem nicht ausreichen, die Vorleistungen, die wir in diesem Bereich tätigen, sind immens. Wir gehen sehr stark ins Risiko, was die kommerzielle Beteiligung an der Herstellung eines HD-Signals angeht. Die Servicepauschale ist die einzige Möglichkeit, diese Aufwendungen wenigstens zum Teil zu refinanzieren. Die Tatsache, dass das Signal geschützt ist, hat mit der Erstellung des HD-Programms als solchen nichts zu tun. Sonden das ist der Schutz des bestehenden Geschäftsmodells, mit dem wir generell das Programm finanzieren - nicht nur das HD-Programm. Unser gesamtes Programm ist werbefinanziert und dieses Kernmodell soll bei den neuen Plattformen entsprechend geschützt werden. Somit sprechen wir hier über zwei Dinge, die unterschiedliche Ursachen haben und zusammen dann sehr wohl einen Sinn ergeben.

Lesen Sie auf der folgenden Seite die Antworten von Sky und T-Home Entertain.



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