Collage aus deutschen HDTV-Sendern [Quelle: siehe Bildergalerie]
Das lange Warten hat ein Ende. Vier Jahre sind seit den ersten HD-Ausstrahlungen in Deutschland ins Land gezogen. Vier Jahre mit veraltetem Fernsehen, vier Jahre, in denen Millionen von HD-fähigen TV-Geräten chronisch unterfordert waren. Damit ist jetzt Schluss! Bis Ende Februar werden alle großen TV-Sender den HD-Betrieb aufnehmen: Das Erste, ZDF, RTL, Sat1, Prosieben, Vox und Kabel Eins. Während die öffentlich-rechtlichen Programme frei empfangbar sind, haben sich die Privaten unter dem Dach von HD-Plus für eine Verschlüsselung entschieden.
Panasonic TX-P46GW10, Screenshot aus Terminator - Die Erlösung [Quelle: siehe Bildergalerie]
HDTV seit 2005 Eigentlich fiel der Startschuss für Fernsehen in hoher Auflösung schon im Herbst 2005, verhallte jedoch schnell wieder. Neben dem Pay-TV-Anbieter Premiere (heute Sky) sind damals auch die Sender Prosieben und Sat1 ins neue Fernsehzeitalter gestartet. Während der Bezahlsender an HDTV festgehalten hat und seit nunmehr über vier Jahren kontinuierlich in hoher Auflösung sendet, ist den beiden Privatsendern schon nach wenigen Monaten die Puste ausgegangen. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehstationen haben bereits 2007 die Hoffnung auf einen schnellen Aufbruch ins HD-Zeitalter mit der Bekanntmachung ausgebremst, den HD-Regelbetrieb erst zu den Olympischen Winterspielen 2010 aufzunehmen.
Nun endlich steht das sportliche Großereignis in Vancouver vor der Tür und alle HD-Fans jubeln mit - der Sport verkommt bei der Hoffnung auf eine neue Ära der Bildqualität schon fast zur Nebensache. Die gute Nachricht: Es ist davon auszugehen, dass die HD-Programme von ARD und ZDF auf allen geeigneten Übertragungswegen zu sehen sein werden, sprich über Satellit, Kabel und IPTV (T-Home Entertain). Die schlechte Nachricht: Die ebenfalls in HD ausgestrahlten Programme der Privatsender RTL, Sat1, Prosieben, Vox und Kabel Eins sind zunächst nur über Satellit zu empfangen. Die größte Enttäuschung erleben all diejenigen, die bereits in eine HD-fähige Settop-Box investiert haben. Für die von den Privatsendern gewählte Plattform HD-Plus sind nämlich spezielle Receiver nebst Entschlüsselungskarte erforderlich. Von diesen Satelliten-Empfängern gibt es derzeit nur wenige Modelle - ob bereits vorhandene Hardware nachträglich umgerüstet werden kann, ist derzeit noch fraglich.
Die benötigten Smartcards sind bei allen HD-Plus-Receivern Teil des Lieferumfangs und auch bereits in das Gerät eingelegt. Neukunden können den Empfänger also ganz bequem anschließen und gleich losschauen - neben den HD-Programmen der Privaten auch alle bisher frei empfangbaren Sender sowie das HD-Angebot von ARD und ZDF. Eine gesonderte Registrierung ist nicht notwendig. Doch ab dem ersten Einsatz tickt die Uhr. Nach zwölf Monaten nämlich endet die Testphase, für das zweite Jahr werden 50 Euro fällig. Dieser Betrag wird pauschal für alle HD-Sender der Plattform erhoben. Ausgehend von den fünf aktuellen HD-Programmen schlägt jeder Sender mit knapp einem Euro pro Monat zu Buche - ein kleiner Preis für HD-Bildqualität?